Glossar: Berufung

Für die pastorale Weiterentwicklung unseres Erzbistums ist der Begriff der ‚Berufung’ von zentraler Bedeutung. Dies hat Erzbischof Becker im Rahmen des diözesanen Forums am 21.11.2009 ausdrücklich herausgestellt: Er versteht die Pastoral der Berufung als Zentralkategorie der diözesanen Erneuerung und Weiterentwicklung.

Berufung verstehen wir in unserer Diözese also im umfassenden Sinn. Der Begriff Berufung setzt weit an und beruht auf den drei miteinander verwobenen Dimensionen „Ruf ins Dasein, Berufung zum Christsein, Sendung in einen konkreten Dienst“. Immer geht die Berufung von Gott aus und immer zielt sie auf das ‚Leben in Fülle’ – zunächst für den Gerufenen selbst und dann nicht weniger für die anderen, zu denen er gesandt ist. „Christliche Berufung ist nämlich ihrer Natur nach auch Berufung zum Apostolat.“ (AA 2)

Für das Miteinander in der Kirche unterscheiden wir die Berufung aller Getauften von der darauf hingeordneten Berufung zum Weiheamt und zum Ordensstand. Wir fördern die Vielfalt der Berufungen im Volk Gottes und zwar sowohl die gemeinsame als auch die individuelle, je persönliche Berufung – sei es zum Weiheamt, zum Ordensstand, zur Ehe, zu einem bestimmten Beruf oder zur verantwortlichen Übernahme einer konkreten Aufgabe im Dienst an der Welt oder zur Ausgestaltung der pastoralen Räume. „Berufungen wachsen nur gemeinsam“ (Johannes Paul II., Pastores dabo vobis)

Die Pastoral der Berufung im Erzbistum Paderborn nimmt ihren Ausgangspunkt von der dargestellten Differenzierung des Berufungsdenkens und will eine Haltung fördern, die überall die Frage nach Gott und seinem Willen stellt. Wenn Gott mit jedem Menschen eine Geschichte schreibt, geht es in der Pastoral darum, überall die „Menschwerdung“ zu fördern und damit die Menschenwürde, die der Berufung ins Dasein und der damit gegebenen Gottebenbildlichkeit jedes Menschen entspricht. Wenn die Taufe die Berufung der Menschen in die Nachfolge Christi sakramental grundlegt, geht es darum, alle Orte und Gelegenheiten des Christseins zu stärken und zu profilieren und dadurch die immer wichtiger werdenden Wege des bewussten Christwerdens und Christbleibens zu stützen. Die Pastoral soll Menschen ins Beten, in die Bibel, in ein Leben mit Jesus Christus einführen und einen möglichst lebendigen Glauben von Christen und Christinnen fördern, auch durch Verknüpfung von Glaubenden in kleinen Zellen. So stellt die Pastoral der Berufung den Menschen mit den ihm von Gott geschenkten Charismen in den Mittelpunkt und an den Ausgangspunkt allen pastoralen Handelns. Träger der Pastoral der Berufung ist das gesamte Volk Gottes.

Im Fastenhirtenbrief 2010 hat Erzbischof Becker vier Bereiche beschrieben, in denen die Pastoral der Berufung konkretisiert werden. Zu diesen Bereichen werden bis zum Jahre 2014 Rahmenbedingungen auf diözesaner Ebene entwickelt. Es sind die Bereiche:

  • Taufberufung fördern – Katechese, Gottesdienst und Sakramente
  • Ehrenamt – Engagement aus Berufung
  • Pastorale Orte und Gelegenheiten – missionarisch Kirche sein
  • Caritas und Weltverantwortung – diakonisch handeln

Um die Energie beim Aufbau der pastoralen Räume auf die inhaltliche Weiterentwicklung der Pastoral zu lenken, sollen auf dem Weg zur Pastoralvereinbarung diese vier Bereiche berücksichtigt und für den jeweiligen pastoralen Raum konkretisiert werden. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass in der Pastoral des Erzbistums ein Paradigmenwechsel wirklich seinen Niederschlag, auch konzeptionell, findet.

(Quelle: Glossar - zentrale Begriffe im Prozess der Perspektive 2014)

Schaubild zur "Pastoral der Berufung" | Arbeitspapier "Zum Christsein berufen" | Übersicht der "Tage der Berufung" | Segensreiche Aktionen in Bielefeld und Lippe | 230 Berufene waren "dann mal da" | „Gottes Geist weht nicht nur bei Durchzug“ | "Baustelle Kirche im Südsauerland" | "Du bist gerufen" | Inspiration als geistige Nahrung für spirituell Hungrige | Einmal volltanken, bitte! | "Kirche verblasst? - bekenn Farbe!" | Keine leichte Kost - selbst zubereitet | Waldecker Katholiken im Gespräch | "Gemeinsam auf dem Weg" in Dortmund | „Wenn jeder seine Berufung lebt, gelingt das Leben“ | „Himmlische Gespräche bei irdischen Genüssen“ | "Wir müssen uns erreichbar machen" - Tag der Berufung im Dekanat Hellweg | Den Glauben neu zur Sprache bringen