"Wir müssen uns erreichbar machen" - Tag der Berufung im Dekanat Hellweg

230 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kamen zum "Tag der Berufung" in Werl zusammen. Werl, 21. März 2012.Zuhören, sich informieren und Neues entdecken, das waren die Ziele des „Tages der Berufung“ im Dekanat Hellweg am Samstag. 230 ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Pastoralverbünden, Gemeinden, Verbänden, Schulen und Kindertagesstätten kamen zu diesem Dekanatstag in Werl zusammen. Die Vorträge, Workshops und Austauschrunden in den Räumen des Ursulinen-Gymnasiums standen unter dem Motto „Miteinander große Räume gestalten“. Dechant Dr. Gerhard Best machte zu Beginn der Veranstaltung deutlich, worum es geht: „Berufung ist nicht nur Thema, sondern Grundlage unseres Handelns.“

 Die Verantwortlichen im Dekanat wollten mit diesem „Tag der Berufung“ die Zukunft in den Blick nehmen, die Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen zum Nachdenken über ihr eigenes Handeln anregen und sie für die zukünftige Arbeit motivieren. „Jeder soll merken, dass er sich mit seinen von Gott geschenkten Begabungen und Charismen für die Kirche in unserem Dekanat einsetzen kann, der große Raum ist dabei eine Chance“, betonte Dechant Best.

"Der große Raum ist eine Chance", betonte Dechant Dr. Gerhard Best. Professor Dr. Hans Hobelsberger, Inhaber des Lehrstuhls Praktische Theologie an der Katholischen Hochschule (KatHO NRW) Paderborn, setzte mit Hilfe der Leitsätze „Pastoral vor der Herausforderung der Pluralität“ und „Erreichbar für die Menschen: Pastorale Ansätze“ die entscheidenden Impulse für die anschließende Arbeit in Kleingruppen und Workshops. „Wir müssen grundsätzlich innehalten und nachdenken über das, was wir eigentlich tun.“ Mit diesen Worten betonte Professor Hobelsberger, dass es weniger um die Frage der Strukturen, sondern mehr um die eigene Glaubenspraxis gehe. Deutlich machte der Pastoraltheologe auch, dass Katholiken heute sowohl eine Gemeindekirche als auch eine Dienstleistungskirche beanspruchen würden. Viele würden bei Bedarf auf die Kirche zugreifen. „Nicht wir erreichen die Menschen, sondern sie erreichen uns, wenn sie etwas wollen.“ Das würde vielfach für Enttäuschung sorgen. „Wir brauchen etwas mehr Gelassenheit und etwas weniger Aktivität, damit Dinge, die angestoßen werden, auch wirken können“, sagte Hobelsberger.

 In den anschließenden Workshops beschäftigten sich die Teilnehmer mit vielfältigen Bereichen der kirchlichen Mitgestaltung: Schule als pastoraler Ort, Ehrenamt aus Berufung oder Gemeinschaftskirche vs. Dienstleistungskirche. Die Ehrenamtlichen und Hauptberuflichen gingen auch den Fragen nach, wie sich Kirche in der Öffentlichkeit profilieren kann, wie die Pastoral wirtschaftlichen bleiben kann und wie einladende Schwerpunkte in einem Pastoralen Raum gesetzt werden können.

 Die Ergebnisse im Plenum waren am Ende ganz unterschiedlich: „Verbände tragen auch weiterhin das Leben vor Ort“, „Engagement für Kinder und Jugendliche lohnt sich“ oder „Wir müssen uns erreichbar machen“ waren nur ein Teil der Rückmeldungen. Dechant Best zeigte sich durch den Tag ermutigt: „Vieles gilt es jetzt zu überdenken, die Ideen und Anregungen waren gut“, so Dechant Best. Passend dazu beteten zum Abschluss die Teilnehmer das Gebet zum Katholikentag „Guter Gott, in deinem Namen wollen wir einen neuen Aufbruch wagen...“

Text und Bilder: Dirk Lankowski

Pastoral der Berufung - Zentralkategorie der diözesanen Erneuerung und Weiterentwicklung
Schaubild zur "Pastoral der Berufung" | Arbeitspapier "Zum Christsein berufen"