Keine leichte Kost - selbst zubereitet

Die Feldhofhöhle war ein idealer Ort zur Betrachtung über einen Bibeltext.Menden. Zur Vorspeise gab es einen "neuen Blickwinkel", "Farbe bekennen“, "zuhören“, die "Vielfalt des Glaubens kennen lernen, beim Hauptgericht waren „0ffenheit“, "mehr Raum für Laien" und die „Position der Frauen stärken" angerichtet. Das Dessert hatte es ebenfalls in sich: "Den Geist Gottes wehen lassen“, "Reformen“ und "Aufbruch". Es war keine leichte Kost, die in den drei Gängen geboten wurde, doch war sie am vergangenen Samstag Teil des Dekanatstages im Märkischen Sauerland – und von den Teilnehmern selbst zubereitet.

60 Frauen und Männer nahmen am Morgen an neun Workshops teil, die an verschiedenen Orten das Motto des Tages: "Zum Beispiel Du!?" betrachteten. Acht Teilnehmer nahmen sich der Thematik in und vor der Feldhofhöhle an. Mitten im Hönnetal gelegen wurde mit Gemeindereferent Michael Schulte und Vikar Frederic Kernbach, beide aus Menden, die Wahrnehmung geschärft.

Schulte: „Was nehme ich vor der Höhle wahr, was drinnen? Wann reagieren meine Augen auf die Dunkelheit, wie meine Haut auf Kälte?“ Damit sollte der Bibeltext 1Kön, 19,4-13 erschlossen werden, in dem der Prophet Elija vor der Höhle die Stimme Gottes hört – und zwar im Säuseln des Windes, nicht im Sturm. "Auch wir brauchen in unseren Gemeinden einen Raum und eine Zeit, wo wir uns zurückziehen müssen, um uns zu stärken", so Schulte. "Danach sind wir wieder aufnahmebereiter.“

Auf vielfältige Weise ließen sich auch die anderen Workshop-Teilnehmer berühren: auf der Himmelsleiter im Sauerlandpark, einem Meditationsweg, im Krankenhaus, in einem Autohaus und auch beim Floßbau. "Ich habe heute nur frohe Gesichter gesehen", leitete Dechant Jürgen Senkbeil den zweiten Teil des Dekanatstages im Pfarrheim der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Menden ein. Hier hatten sich die dann etwa 70 Teilnehmer zuerst mit einem Daumenabdruck und ihrem Namen darunter verewigt.

Beim "World Café" wurde viel diskutiert und aufgeschrieben.Bei Kaffee und Kuchen kamen sie ins Gespräch, und zwar beim „WorldCafe". Die Menü-Folge hatten Christiane Dietz, Referentin für Jugend und Familie, und Dekanatsreferent Rainer Beckmann entworfen: So sollte bei der Vorspeise von den Teilnehmern aufgeschrieben werden, was sie in ihrem Workshop entdeckt hatten, was in das Leben der Kirche vor Ort eingebracht werden könnte. Das Hauptgericht sah vor, Wünsche für die Zukunft der Kirche vor Ort zu formulieren, und zum Dessert wurde eine Wunschliste an den Erzbischof und das Erzbistum überreicht: "Was brauchen wir, um unsere Visionen, Ideen und Pläne umsetzen zu können?“

Genossen wurde der Austausch der Gedanken bei einer Tasse Kaffee. Schnell ließen sich die Frauen und Männer auf diese für sie neue Form der Kommunikation ein, wurden immer offener und neugieriger bei der Entdeckung anderer Ansichten und Ideen. Und so kam es, dass Dechant Jürgen Senkbeil nach der Abschlussmesse vor dem Hauptportal viele Hausaufgaben mit nach Hemer nahm. "Ihre Anregungen werden weiter geleitet“, versprach er.

Fotos und Text: Julius Kolossa

Erstveröffentlichung in: Der Dom, Kirchenzeitung des Erzbistums Paderborn, Nr. 38,
23. September 2012

Pastoral der Berufung - Zentralkategorie der diözesanen Erneuerung und Weiterentwicklung
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