Inspiration als geistige Nahrung für spirituell Hungrige

Das Fenster des Künstlers Gerhard Richter, das seit einigen Jahren den Kölner Dom ziert, stand Pate für den "Tag der Berufung" im Dekanat Unna. Schwerte. 26 Mitmachgelegenheiten, ein witzig-freches Kabarett mit Ulrike Böhmer aus Dortmund, modellhafte Vorzeige-Projekte und ein stärkender Gottesdienst – das alles erwartete die 200 Gäste aus allen Gemeinden des Dekanates Unna beim „Tag der Berufung“ am letzten Samstag in der Katholischen Akademie Schwerte.

„Wie in einem Gourmet-Restaurant konnten die Menschen, die in ihrem ehrenamtlichen Alltag häufig mit Zeiteinsatz und Know-how das Gemeindeleben gestalten, es sich hier richtig gut ergehen lassen“, resümiert Dechant Norbert Nacke das gelungene Ganztages-Projekt. Das bunte Bild vom Richter-Fenster im Kölner Dom mit seinen über 11.000 Farbflächen stand Pate für den „Tag der Berufung“: „Wie unsichtbares Licht erst sichtbar wird, wenn es durch einen Körper reflektiert wird, so auch Gottes Gegenwart: Wir Menschen sollen in unserer individuellen Vielfalt und Unterschiedlichkeit wie buntes Licht erstrahlen – dazu sind alle Menschen ge- und berufen“, so Pfarrer Bernhard Middelanis zu der farbenfrohen Metapher.

Die Kabarettistin Ulrike Böhmer sorgte beim "Tag der Berufung" im Dekanat Unna für beste Unterhaltung. Während sich einige im „Bibel-Teilen“ auf Gottes Spuren begaben, andere „mit den Perlen der Glaubens“ eine Möglichkeit zur Glaubensvertiefung im Alltag erprobten, konnten wiederum andere sich in mehrstimmigen Gesängen ausprobieren oder sich von einem Zeitzeugen die Geschehnisse rund um die Eröffnung des II. Vatikanischen Konzils vor Augen führen lassen. Eine Auswahl von insgesamt 26 Angeboten am Vor- und Nachmittag hatte das Dekanatsteam zusammengestellt.

„Wir Menschen sind berufen, als Gottes Ebenbild zu leben!“, erläutert Paul Mandelkow aus Fröndenberg, einer der Organisatoren dieses Tages, den Sinn der unterschiedlichen Workshops, bei denen es immer wieder darum ging, Gottes Spuren im eigenen Leben zu entdecken, sie anzunehmen und auszuleben. „Unsere Freunde und Kollegen finden wir eher schön als uns selbst - hat sich Gott bei uns vertan?“, fragte er. Diese Frage habe ihn veranlasst, die Profi-Stylistin Linda Tan zu engagieren, die mit praktischen Tipps aus ihrem Repertoire dazu ermutigte, die eigene Schönheit zu erkennen und zu ihr zu stehen.

17 außergewöhnliche Projekte beim Markt der Möglichkeiten zeigten, zu welchen Taten individuelle Berufungen befähigen können: etwa zum Einsatz für Flüchtlinge, im Friedenscamp von jungen Menschen im zerrissenen Sarajewo, zur Integration von gescheiterten jungen Menschen in der stärkenden Lebensgemeinschaft einer Fazenda da Esperança oder zu einem Pilgerweg von Männern, die den Spuren des eigenen Glaubens folgen.

Der gewohnte Austausch von Gruppenergebnissen wurde bewusst unterlassen: Die Zeit in den Workshops und die informellen Begegnungen waren den Veranstaltern zu kostbar.

Der Impuls zur Durchführung dieses Tages ging auf eine Initiative von Erzbischof Hans-Josef Becker zurück: „Unser Erzbischof erhofft von diesen Zusammenkünften in allen Dekanaten Impulse und Orientierungshilfen für eine zukünftige Ausrichtung des Erzbistums,“ erläutert Dekanatsreferent Edgar Terhorst. „Darum starten wir jetzt eine Internetbefragung unter allen Teilnehmenden, um die Ergebnisse als Wünsche, Forderungen und Anregungen zu bündeln."

Fotos und Text: Dekanat Unna

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