Mit Jesus auf dem Weg

Das Kreuz voran: Bei der Kinderprozession 2011 trugen Kinder das Hegensdorfer Kreuz an der Spitze des langen Zuges aus Musikverein, Messdienern, Kindern und Eltern.Foto: privat Wie können Kinder auf „kindgerechte“ Weise erfahren, dass sie durch ihre Taufe zur großen Gemeinschaft der Kirche gehören? Diese Frage beschäftigte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich im Pfarrgemeinderat des Pastoralverbunds Büren-Süd im Sachausschuss Liturgie engagieren. Ergebnis ihrer Überlegungen war eine Kinderprozession, die im Jahr 2011 bereits zum dritten Mal stattfand. 70 Kinder nahmen im Juni vergangenen Jahres an dieser Veranstaltung teil und erfuhren so, dass man auch „in Bewegung“ beten, Gottesdienst feiern und Christ sein kann.

Büren. Das Thema war Wasser. Insofern passte der Regen, der vom Himmel prasselte, eigentlich ganz gut. Wobei die Veranstalter der Kinderprozession auch gerne darauf verzichtet hätten. Schließlich verzögerte der Wolkenbruch den Beginn um gut eine halbe Stunde. Doch das war es glücklicherweise auch schon mit den negativen Erlebnissen. Trotz des nicht so perfekten Wetters beteiligten sich im Juni 2011 rund 70 Kinder und 50 Erwachsene an der dritten Kinderprozession im Pastoralverbund Büren-Süd. Im kommenden Jahr, 2013, werden vermutlich noch viel mehr Gläubige mitgehen. Schließlich ist Büren mittlerweile zu einem "Pastoralen Raum" geworden, der zehn Gemeinden, 13 Kirchen und 15.000 Katholiken beheimatet.

Ungewohnter Anblick: Die Kinderprozession in Hegensdorf machte selbstverständlich auch am Kinderspielplatz Station. Dort sprach Pfarrer Peter Gede darüber, was Jesus wohl in seiner Kindheit gespielt haben könnte.Foto: privat "Das Ziel dieser Veranstaltungen ist es, Kindern die Prozession als traditionelle Einrichtung mit Gesang und Gebet in kingerechter Form näher zu bringen", erklärt Stefan Atorf vom Sachausschuss Liturgie des Pfarrgemeinderates St. Nikolaus Büren. Atorf hatte 2008 die erste Idee, eine Prozession für Kinder anzubieten. "Wir wollen damit auch bei den Kleinen Begeisterung für diese außerhalb der Kirche praktizierte Gebetsform entfachen", erläutert der zweifache Vater. Seine Kinder hatten dem seit seiner Jugend in der Kirche engagierten Katholiken auf die Idee der Prozession gebracht. Schnell fand Atorf damals weitere Mitstreiter im Pfarrgemeinderat und das Projekt nahm bald Formen an. Atorf erinnert sich: der Ablauf musste geplant, die Stationen vorbereitet werden, Lieder und Gebete wurden herausgesucht, der Musikverein musste ebenso an Bord geholt werden wie Feuerwehr und Polizei für die Straßensicherung. Außerdem sollte natürlich kräftig die Werbetrommel gerührt werden. Neben Ankündigungen in den Gottesdiensten und im Pfarrbrief hängten die Organisatoren viele Plakate auf, warben kräftig mit Mund-zu-Mund-Propaganda und sorgten für Vorabberichte in den lokalen Tageszeitungen.

Und die Mühen waren von Erfolg gekrönt: Rund 200 Teilnehmer zählte die erste  Kinderprozession, die 2008 durch die Kernstadt Büren zog. Im Jahr darauf sowie 2011 fanden die Prozessionen dann in Siddinghausen und Hegensdorf statt. Bei der bislang letzten Auflage drehte sich alles rund um das Thema "Wasser". Die Geistlichen um Pfarrer Peter Gede, die von Anfang an begeistert von der Idee gewesen waren, hatten dazu extra wieder kindgerechte Gebete und Auslegungen vorbereitet. So wurde zunächst einmal erklärt, was überhaupt eine Prozession ist und später auch darüber nachgedacht, ob Jesus als Kind wohl auch einen Spielplatz gehabt hat. Dann ging es über die für erwachsene Begleiter ungewohnten Stationen Tauflinde, Springbrunnen und Spielplatz zur Pfarrkirche St. Vitus, wo die Kinder den Segen erhielten.

Stefan Atorf ist einer der Organisatoren der Bürener Kinderprozessionen. Foto: Berbüsse "Wir sind mit den bisherigen Veranstaltungen sehr zufrieden, sie sind wirklich gut angenommen worden", zieht Stefan Atorf eine positive Bilanz. Und er verspricht: "Wir wollen unsere Intention –Kindern kirchliche Traditionen nahe zu bringen – weiter vorantreiben. Und das im kommenden Jahr dann auch in ganz "neuen" Gemeinden. " Natürlich wollen wir auch die Neuen mit ins Boot holen", blickt Stefan Atorf voraus. Denn den einstigen Pastoralverbund Büren-Süd gibt es ja nicht mehr. Er ist mit dem Pastoralverbund Kleiner Hellweg/Almetal zum Pastoralen Raum Büren verschmolzen. Zu den Gemeinden Barkhausen, Büren, Harth, Hegensdorf, Siddinghausen, Weine und Weiberg sind nun auch Ahden, Brenken, Eickhoff, Steinhausen und Wewelsburg hinzugekommen. "Angedacht ist, dass die nächste Kinderprozession in einem dieser Orte stattfindet", verrät Organisator Atorf die Pläne des Liturgiekreises. Sie soll damit auch zum Zusammenwachsen der Gemeinden beitragen. Ein weiter Schritt dazu ist das große Begegnungsfest, das der neue Pastoralverbundsrat am 18. März in der Stadthalle Büren organisiert. "Dabei sollen sich alle Katholiken des neuen pastoralen Raumes treffen und kennenlernen", so Atorf, der ein buntes Programm aus Kirche, Musik und vielen Aktionen verspricht.

In dem neuen und noch ungewohnten Konzept der pastoralen Räume sieht er für die katholische Kirche auch eine eine große Chance: "Vielleicht entsteht dadurch eine ganz neue Bindung zur Kirche und zum Glauben." Den Grundstein dazu legen unter anderem die Kinderprozessionen.

von Birger Berbüsse

Pastoralverbund Büren im Internet