Unterwegs im Gedenken an die Taufe

60 Frauen und Männer begaben sich beim Ökumenischen Pilgertag in Marsberg-Meerhof auf ihren "Weg zum Leben". Marsberg-Meerhof. Unter dem Leitwort „Ich habe einen, der mich trägt“ (Joh 5,7) ist seit Sommer 2011 im Pfarrhaus neben der St.-Laurentius-Pfarrkirche in Marsberg-Meerhof ein Ort entstanden, an dem Menschen mit verschiedensten Anliegen geistliche Begleitung finden, Gebets- und Tischgemeinschaft erfahren, Einsamkeit überwinden oder „einfach nur“ gute Gespräche führen können. Kurz: Das Haus Betesda. Jetzt war das Haus Betesda Start- und Zielpunkt eines Ökumenischen Pilgertages. Er fand im Rahmen des „Spirituellen Sommers 2013“ statt, einem Kooperationsprojekt, das die Initiative „Wege zum Leben. In Südwestfalen“ veranstaltet.

„Wege zum Leben. In Südwestfalen“ ist eine Gemeinschaftsinitiative des Dekanats Hochsauerland-Mitte, des evangelischen Kirchekreises Wittgenstein und der Kur- und Freizeit GmbH Schmallenberg. In der schnelllebigen Gesellschaft möchte die Initiative Menschen mit dem Wunsch nach Stille und Einkehr besondere spirituelle Wege und Orte Südwestfalens näher bringen und ein Netzwerk von Angeboten schaffen. Konkret geschieht dies zum Beispiel in Form eines Wanderführers, der neben „klassischen“ Inhalten wie Wander- oder Gastronomie-Tipps auch spirituelle Orte der katholischen und evangelischen Kirche auflistet.

 „Angesichts unserer von Hektik geprägten Gesellschaft, in der ‚Entschleunigung’ immer wichtiger wird, hat mich dieses Konzept eines Wanderführers für Körper, Seele und Geist angesprochen“, sagt Rita Rasche, die das Haus Betesda in Meerhof leitet. „Der Wanderführer stellt eine gute Möglichkeit dar, sowohl religiöse als auch dem Glauben fern stehende Menschen einzuladen, ihre Spiritualität zu ergründen und das Wort Gottes als Wegbegleiter für das eigene Leben neu zu entdecken.“ Da das Haus Betesda mit seinen gemütlichen Räumen und dem Gebetsraum zu Gebet und Stille einlädt, bewarb sich Rita Rasche mit dem „spirituellen Ort“ Haus Betesda um die Teilnahme am Projekt „Wege zum Leben“.

Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes zündeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine kleine Osterkerze an. Gemeinsam mit einem großen Vorbereitungsteam veranstaltete sie am 16. August 2013 von einen Ökumenischen Pilgertag, bei der die Auseinandersetzung mit dem Sakrament der Taufe im Zentrum stand. Seinen Anfang nahm der Pilgertag mit einer doppelten „Stärkung“ im Haus Betesda: zum einen durch ein gemeinsames Frühstück, zum anderen durch einen spirituellen Impuls zu den Themen: Wasser und Taufe.

Im Anschluss gingen 60 Pilger auch buchstäblich auf ihren gemeinsamen „Weg zum Leben“. Zusammen mit vielen Familien waren auch Menschen mit Gehbehinderungen im Rollstuhl dabei. Sie waren zu dem Tag besonders eingeladen, da für sie viele Pilgerangebote nicht erreichbar sind. Hier wurde das Leitwort von Haus Betesda konkret: „ Ich habe einen der mich trägt.“

 Der Pilgerweg führte die Teilnehmer über einen Teilabschnitt des Jakobsweges im Ort Meerhof, über Wanderwege des Eggegebirges und in den Walderlebnispfad Meerhof. An fünf Stationen spürten die Pilger der Bedeutung der Taufe für das eigene Leben nach. Der Pilgerweg endete um 17 Uhr im Pfarrheim neben dem Haus Betesda mit einem ökumenischen Abschlussgottesdienst, in dem jeder die Möglichkeit zu einem Gebet der Tauferneuerung, zur Segnung und zur Entzünden einer kleinen Osterkerze hatte. Aus allen entzündeten Kerzen entstand im Freien vor dem Pfarrheim ein Lichterkreuz, das den ganzen Abend Licht schenkte und die Wichtigkeit der Taufentscheidung für das eigene Leben deutlich machte. Mit einem Sommerfest rund um das Haus Betesda endete der Ökumenische Pilgertag.

Aus den kleinen Osterkerzen wurde ein großes Kreuz gebildet, das den ganzen Abend helles Licht schenkte und den Ausklang des Pilgertages erleuchtete.„Unser Pilgertag war ein gutes Beispiel dafür, was ‚missionarisch Kirche sein’ bedeuten kann“, freute sich Rita Rasche über die gelungene Veranstaltung, die zugleich eine starke Gemeinschaftsleistung war: „Der leitende Pfarrer der katholischen Kirche, Pfarrer Wohlgemuth und der leitende Pastor der evangelischen Kirche, Pastor Hammer mit seinen Mitarbeitern, Verantwortliche des Eggegebirgs-Wandervereins, die Inhaber des Bistro/-Cafés „Waldhaus“, die Jugendliturgiegruppe, die Mitglieder der „Jungen Kirche“ –EFFATA, die Landfrauen, die Behörden für die Straßensicherung in Meschede und die Polizeistelle in Marsberg und unser Team vom Haus Betesda haben alle sehr gut zusammengearbeitet“, resümierte Rita Rasche und kann sich vorstellen, dass in den kommenden Jahren öfter ähnliche Veranstaltungen stattfinden, die Wege zu- und miteinander möglich machen.

Die Aktion wurde vom Erzbistum Paderborn über den Fonds "Innovative Projekte" finanziell gefördert.