Senioren religiös begleiten

Der Verein "Glauben begleiten e.V" (im Bild die beiden Vorstandsmitglieder Theresia Reiher und Carsten Schwarzenberg, v.l.) ermöglicht die religiöse Begleitung der Bewohner des Seniorencentrums Mallinckrodthof. Geleistet wird diese von Barbara Liedhegener (rechts). (Nicht im Bild: Vorstandsmitglied Hannelore Krombusch) Borchen. Zu den wichtigsten Merkmalen der neuen pastoralen Räume im Erzbistum Paderborn zählt es, dass Seelsorge und kirchliches Leben an vielen verschiedenen Orten stattfinden. Nicht nur in und um die Kirche herum gibt es Menschen, die ihren Glauben leben wollen oder nach geistlicher Anregung und konkreter Hilfe suchen, sondern auch in Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern. Oder in Altenheimen. Im Pastoralverbund Borchen hat man diesen Bedarf schon vor knapp fünf Jahren erkannt. Als in Nordborchen das Seniorencentrum Mallinckrodthof errichtet wurde, gründete sich der Verein „Glauben begleiten e.V.“, um eine seelsorgliche Begleitung der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner zu ermöglichen.

Die Idee sei bereits entstanden, als das Centrum noch in Planung gewesen sei, erinnert sich Carsten Schwarzenberg, erster Vorsitzender des Vereins. Mit Barbara Liedhegener, die ausgebildete Krankenpflegerin und Hospizhelferin ist, habe es vor Ort die geeignete Person gegeben, um künftige Bewohner geistlich und religiös begleiten zu können. Pfarrer Dr. Andreas Schottek, Leiter des Pastoralverbunds Borchen, war mit der Idee einverstanden. Damit der Dienst von Barbara Liedhegener finanziell unterstützt werden konnte, gründete sich im September 2007 der Verein „Glauben begleiten e.V.“

40 Mitglieder zählt der Verein heute, die meisten davon kommen aus Paderborn und Borchen. Einmal im Jahr ist Mitgliederversammlung, der dreiköpfige Vorstand, dem neben Carsten Schwarzenberg auch Theresia Reiher und Hannelore Krombusch angehören, trifft sich ein Mal im Quartal. Dass das Erzbistum Paderborn den Verein als „innovatives Projekt“ anerkannt und finanziell unterstützt habe, sei eine große Freude gewesen, so Schwarzenberg. Damit habe man nun für einige Jahre Planungssicherheit gewonnen.

„Ich habe von allen den schönsten Job“, so Barbara Liedhegener über ihre Arbeit im Seniorencentrum, das sich in Trägerschaft der Caritas Altenhilfe im Erzbistum Paderborn befindet. Gegenwärtig leben dort 60 Bewohnerinnen und Bewohner in 15 Wohngruppen. Kürzlich sind Wohneinheiten für „betreutes Wohnen“ dazu gekommen, von denen inzwischen 16 bewohnt sind. Um zu erfahren, wo Bedarf für eine Begleitung besteht, ist Barbara Liedhegener in ständigem Kontakt mit der Pflegedienstleitung. Außerdem geht sie regelmäßig in die Wohngruppen des Seniorencentrums, woraus sich ebenfalls Kontakte ergeben. Manchmal führt sie auch mit Angehörigen Gespräche, zum Beispiel, wenn Eltern gestorben sind. Für die etwa 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seniorenzentrums hat sie bereits eine Schulung zum Thema Sterbebegleitung angeboten. Im Gegensatz dazu besteht die Arbeit des Vereinsvorstandes aus viel Organisation, so Carsten Schwarzenberg. Vor allem am Anfang sei dies so gewesen, inzwischen habe sich aber vieles eingespielt.

Die Arbeit Barbara Liedhegeners und des Vereins „Glauben begleiten e.V.“ hat inzwischen auch Kreise in den Pastoralverbund hinein gezogen. An den Gottesdiensten, die an jedem Samstagabend in der Kapelle des Seniorenzentrums stattfinden, nehmen auch Borchener Katholiken teil, die nicht im Seniorencentrum leben. Dadurch sind Freundschaften zwischen Borchenern und den Seniorinnen und Senioren entstanden. Mitglieder des Vereins „Glauben begleiten e.V.“ gestalten den Samstagabendgottesdienst hin und wieder als Wort-Gottes-Feier. Ein Mal im Monat findet auch ein Gottesdienst für Demenzkranke statt.

Weitere Maßnahmen, um das Seniorencentrum Mallinckrodthof stärker mit dem Leben im Pastoralverbund Borchen zu vernetzen, sind geplant. Unter dem Stichwort „Treffen der Generationen“ ist vor allem an eine stärkere Verknüpfung von Kinder- und Seniorenarbeit gedacht.

Dr. Claudia Nieser

Diese Aktion wurde vom Erzbistum Paderborn über den Fonds "Innovative Projekte" finanziell gefördert.