Hier trifft sich Gott und die Welt

So sah die heutige "Miniburg" aus, als die Ministranten des Pastoralverbunds Rietberg-Süd das Gelände übernahmen. Rietberg. Was ehrenamtliches Engagement alles schaffen kann, wird an der Geschichte der so genannten Miniburg (Ministrantenburg) in Rietberg besonders gut deutlich. Die Messdienergemeinschaften aus dem Pastoralverbund Rietberg-Süd schufen hier einen Ort der besonderen Begegnung mit Gott – und das, obwohl sie selbst gar nicht geplant hatten, einen solchen Ort zu schaffen.

Alles begann im April 2008, als die Ministranten aus Rietberg, Mastholte und Bokel dem Vorschlag zugestimmten, das Gelände einer ehemaligen Sandbaufirma am Mastholter See zu übernehmen. Für zunächst zehn Jahre wurde ein rund 6.000 Quadratmeter großes Gelände mit einem alten Gebäude von der Stadt Rietberg kostenfrei gepachtet. Doch was sich traumhaft anhörte, stellte sich schnell als große Herausforderung heraus: In seinem damaligen Zustand war das Gelände ein Schandfleck in einer ansonsten schönen Gegend. Der Architekt Josef Kleinewietfeld machte das Projekt zu seiner Herzensangelegenheit: Unentgeltlich stellte er viel Zeit und Arbeit zur Verfügung, und wandelte die auf dem Gelände stehende „Bruchbude“ allmählich zur Miniburg (Ministrantenburg) um.

Viele andere halfen mit. Zusammen mit den Messdienern packten auch die Bürger aus Mastholte und Umgebung mit an. Nach Abschluss der Landesgartenschau in Rietberg spendeten sie einiges an Material: Neben einigen Bepflanzungen verschönert auch ein Modell der Jakobuskirche aus Mastholte das Gelände. Das ehemals größte Weihrauchfass der Welt hat mittlerweile ebenfalls einen festen Standort am Mastholter See gefunden. Alles was auf dem Gelände entstanden ist, wurde mit Spenden und Eigenleistung erbracht: Auflage des Kirchenvorstandes war es, dass sich die Burg selbst finanzieren musste. Ein entscheidender Schritt zur Fertigstellung war die 72-Stunden-Aktion des BDKJ im Jahr 2009. Mit über 200 beteiligten Kindern und Jugendlichen war es das größte Projekt, das im Rahmen der Aktion im Erzbistum Paderborn umgesetzt wurde.

Die "Miniburg" heute: Ein vielgenutzter Ort der Gottesbegegnung.Heute wird die Miniburg in vielfältiger Weise genutzt. Die Aktionen reichen von einem Mittelalterfest über Zeltlager, Eislaufwiese, Andachten, Messdienertage und Gemeindewallfahrten bis hin zu Gottesdiensten auf der extra dafür angelegten Gottesdienstinsel. Manches davon ist zum festen Bestandteil im Pastoralverbund geworden. Ein Highlight ist inzwischen das Gebet am See: Jeden Mittwoch finden sich dazu bis zu 60 Menschen ein, um an dem von Laien gestalteten Gebet teilzunehmen, die auf diese Weise ihren Glauben zum Ausdruck bringen.

Die Miniburg ist zu einem Anziehungspunkt geworden und schnell ausgebucht. Lediglich an Wochentagen sind noch freie Termine zu kriegen. Bei der Nutzung des Geländes haben die Messdienergemeinschaften Vorrang, ansonsten wird die Miniburg aber auch von anderen Gruppen und Vereinen aus dem Pastoralverbund genutzt. An nicht belegten Sonntagen öffnen Mitarbeiter aus dem Burgteam das Gelände „einfach mal so“, damit auch Spaziergänger die Atmosphäre an der Miniburg genießen können.

Die Menschen kommen zum Beten oder auf der Suche nach Stille. Die Leute aus dem Miniburgteam sind sich sicher, dass die Gegenwart Gottes für alle spürbar ist. „Das Gemeinschaftsgefühl, Spaß haben und Füreinander da sein, alles greift ineinander über – das hat etwas mit dem Heiligen Geist zu tun“, so beschreibt es Julia Schröder aus dem Miniburgteam. Und auch Henrik Brockschnieder fühlt bei den Nachtwachen im Zeltlager ganz ähnlich. „Wenn er hier nicht ist, wo dann?“

Die Mitarbeiter im Burgteam hängen an ihrem Gelände. Wie viel Herzblut sie investiert haben, wird auch an Kleinigkeiten sichtbar: Henrik fällt an Weihnachten zum Beispiel spontan ein, dass die Fahne auf dem Turm noch gewechselt werden muss. Julia geht oft am Mastholter See spazieren. „Ich schaue ob alles gut ist und dann geht es mir auch gut!“

Mastholte ohne Miniburg so richtig kann sich das eigentliche keiner mehr vorstellen.

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