"Ein Netzwerk spiritueller Schätze in Südwestfalen"

Viele Köpfe und Hände haben an der Verwirklichung des "Spirituellen Sommers 2013" mitgewirkt, dessen Wahrzeichen die Kunstinstallation "Himmelsleiter" an der Kreuzbergkapelle ist: v.l. Thomas Schmidt, (Ortsvorsteher Wormbach); Dekanatsreferent Theo Richter, Reinhard Hermes, (Kirchenvorstand Wormbach), Hubertus Schmidt (Kur und Freizeit GmbH Schmallenberg), Elisabeth Grube (Ev. Kirchenkreis Wittgenstein), Kerstin Gralher (Kulturbeauftragte der ev. Landeskirche Westfalen), Dechant Georg Schröder, Susanne Falk (Projektbüro "Wege zum Leben. In Südwestfalen"). Schmallenberg-Wormbach. Sie ist aus dem Landschaftsbild nicht mehr wegzudenken, die Kunstinstallation „Himmelsleiter“, die seit fast einem Jahr an der Wormbacher Kreuzbergkapelle angebracht ist und bei Dunkelheit weithin über den Tälern des Sauerlandes leuchtet. Sehr modern und innovativ wirkt das aus Lichtleisten bestehende Kunstwerk. Doch die „Botschaft“, die es verkündet, prägt die ländlich geprägte Region Sauerland mit ihren zahlreichen Kapellen und Wallfahrtstraditionen seit Jahrhunderten: die Botschaft von der Verbindung zwischen Erde und Himmel. Ab sofort bietet der „Spirituelle Sommer 2013“, der jetzt in Wormbach eröffnet wurde, Touristen und Einheimischen eine Fülle von Angeboten, um dieser Verbindung nachzuspüren und für das eigene Leben fruchtbar zu machen. Auch die vielen blauen Luftballons, die von den Besuchern der Eröffnungsfeier „losgelassen“ wurden und zum Himmel aufstiegen, verdeutlichten diese Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Das Programm des „Spirituellen Sommers“ umfasst bis zum 1. September 2013 rund 250 Veranstaltungen, die an 60 verschiedenen Orten in Südwestfalen stattfinden. Das Angebot enthält Konzerte, Kunstinstallationen, Wander- und Pilgerangebote, Meditationen, Tanz, spirituelle Führungen, Vorträge, Gespräche, Ausstellungen, Rad- und Motorradtouren sowie besondere Aktivitäten für Familien und Jugendliche. Es bietet Möglichkeiten zu spiritueller Erfahrung in der Natur, Angebote zum Kennenlernen christlicher Spiritualität sowie Einführungen in die Spiritualität des Islam, des Judentums und des Buddhismus. Das Dekanat Hochsauerland-Mitte, der evangelische Kirchenkreis Wittgenstein und die Kur und Freizeit GmbH Schmallenberg haben das vielfältige Angebot gemeinsam zusammengestellt.

„Der ‚Spirituelle Sommer 2013’ ist die Verwirklichung der schon länger da gewesenen Idee, die vielen spirituellen Schätze Südwestfalens zu heben, neu zu beleben und in ein neues Licht zu stellen“, so Dekanatsreferent Theo Richter. „Wir stützen uns dabei auf die guten Erfahrungen mit den „Spirituellen Tagen“, die im vergangenen Jahr vom 5. bis 15. Juli vor allem im Raum Schmallenberg stattgefunden haben. Der Erfolg dieses ‚Pilotprojektes’ hat nicht nur uns Mut gemacht. Viele haben sich danach entschlossen, sich mit ihren Ideen am ‚Spirituellen Sommer’ zu beteiligen. Die Initialzündung kam dann von einem Studientag zum Thema Landpastoral, der im Jahr 2008 in Bestwig stattfand. In dem damals von Dr. Birgit Hoyer gehaltenen Vortrag fand sich einiges wieder, was jetzt mit dem Programm des ‚Spirituellen Sommers’ umgesetzt wurde.“

Blaue Luftballons, die von den Besuchern der Eröffnungsfeier zum Spirituellen Sommer „los gelassen“ wurden, verdeutlichten die Verbindung zwischen Himmel und Erde.Das damit entstandene Netzwerk geistlicher Angebote soll aber nicht nur im Sauerland weilende Urlauber bereichern, sondern auch und gerade die dort lebenden Menschen. „Der spirituelle Reichtum der Region, den das neue Programm abbildet, lässt die Sauerländer ihre Heimat vielleicht in einem neuen Licht betrachten“, so Michael Kloppenburg, Dekanatsreferent für Jugend und Familie im Dekanat Hochsauerland-Mitte. „Ein solches Projekt wertet eine Region auf, und wir hoffen, dass dadurch für die Menschen ein neuer Anreiz entsteht, hierzubleiben und nicht in die Städte abzuwandern.“

Der Pastorale Raum Schmallenberg-Eslohe hat sein Programm für den Spirituellen Sommer noch einmal in einem eigenen Heft zusammengestellt. Während die Angebotspalette des Gesamtprogramms sehr breit ist und auch Veranstaltungen ohne kirchlichen bzw. christlichen Anstrich umfasst, findet man im Programm des Pastoralen Raums vielfältige Möglichkeiten zur Vertiefung der christlichen Spiritualität. Die Gemeindereferentinnen Monika Winzenick und Irmtrud von Plettenberg wollen als Christliche Wegbegleiterinnen „ein Kaleidoskop der unterschiedlichen Zugänge und Erlebnismöglichkeiten des Glaubens“ bieten. Der Pastorale Raum, der am 1. Juli an den Start geht, werde in seiner Arbeit entsprechend einen geistlich-spirituellen Schwerpunkt setzen.

Als positiv beurteilten die „kirchlichen“ Veranstalter die Zusammenarbeit mit den touristischen Partnern: „Wir haben viel von ihnen gelernt“, so Dekanatsreferent Theo Richter. „Umgekehrt hoffen wir, dass unsere Kooperation dazu geführt hat, manches Klischee über die katholische Kirche zu beseitigen“. Für die Zeit nach dem Spirituellen Sommer hege man die Hoffnung, dass eine Koordinierungsstelle für das große spirituelle Angebot in Südwestfalen entsteht. Eine weitere Hoffnung gilt der Himmelsleiter, die inzwischen zu einem Markenzeichen der Region um Schmallenberg geworden ist: „Wir hoffen, dass sie auch nach dem Spirituellen Sommer an der Kreuzbergkapelle bleiben kann und auf die Verbindung zwischen Himmel und Erde aufmerksam macht.“

Dr. Claudia Nieser